Vision re:nature campus Schweiz

Ein Ort für die Renaturierung von Menschen und Organisationen entsteht.
Der re:nature Campus Schweiz.

Die Natur und das indigene Erbe Europas.

Wälder, Moore und Flüsse werden durch Renaturierung wieder lebendig.
Dasselbe geschieht auch mit Menschen und Organisationen.

 
Der re:nature-Ansatz verbindet zwei uralte Quellen: die Natur als Lehrmeisterin und das indigene Erbe Europas, das in Mythen, Jahreszeiten und Bräuchen, besonders im Alpenraum, noch lebendig ist.
Beides zusammen ergibt einen Weg, der radikal neu ist. Und seit mehr als 20 Jahren erprobt.
 
Nach 15 Jahren in Norddeutschland möchte das re:nature Institut mit dieser re:nature-Vision in die Schweiz zurückkehren. Ursula und David Seghezzi im Kernteam mit Daniel Humbel und Raphael Baumann.
 

Was auf dem Campus entsteht

Der re:nature Campus Schweiz ist der Quellort lebendiger Renaturierung – in der Schweiz, wo das indigene Erbe in Bräuchen und Mythen noch lebendiger zugänglicher ist und der Ansatz als uma institut 2003 seinen Anfang nahm.

Ein Kleinod mit grosser Ausstrahlung – denn die Vision ist komplex genug: Gästegebäude mit Seminarraum, Wohnbereich für die Platzhüter:innen, Natur- und Gartenbereiche, waldnah.

Forschung & Ausbildung — Forschung zur zeitgemäßen Anwendung der 5 indigenen Lebensprinzipien, Ausbildungen in re:nature Facilitation und Ritualgestaltung

Think- und Feeltank — Veranstaltungen zu Organisationsentwicklung, Bildung, gemeinschaftsgetragenem Wirtschaften, kollektivem Trauma

Ritualort — tiefe Naturprozesse wie die Visionssuche, Jahreszeitenrituale und Rituale zum Klimawandel

Vernetzungsort — Begegnung für die re:nature-Community und Partner:innen

Lebensort — eine kleine Gemeinschaft hütet den Platz praktisch, energetisch und rituell

Die re:nature Bewegung und die vier Positionen der Mitgestaltung

Das Herzstück des re:nature-Ansatzes ist der re:nature-Kompass — ein Jahreszeitenmodell, das die vier Qualitäten des Jahresrades als Orientierung für Wandel zugänglich macht.

Wenn wir die Vision einer re:nature-Bewegung in dieses Orientierungsrad legen, ergeben sich vier Positionen mit einer gemeinsamen Ausrichtung:

⚫ WINTER — Quelle
Die re:nature Vision

Die Vision ist die Verlebendigung Europas durch sein indigenes Erbe, die 5 indigenen Lebensprinzipien und der re:nature-Kompass als Landkarte der Natürlichen Ordnung.

⚪ FRÜHLING — Neugierde
Forschung und Ausbildung

Das re:nature institut forscht und bildet aus am re:nature Campus – einer Akupunkturnadel für europäisches indigenes Wissen, naturverbundenes Wirtschaften und think- und feeltank für die Zukunft.

🔴 SOMMER — Manifestation
Anwendung und Öffentlichkeit

An vielen dezentral organisierten re:nature-Orten manifestiert sich die menschliche Renaturierung: Organisationen, Initiativen, Anwender:innen, re:nature-Partnerorganisationen.

🔵 HERBST — Dank
Wertschöpfung und Ausgleich

Eine noch zu gründende re:nature Stiftung nimmt und gibt und verbindet so Wertschenkende, Ermöglicher:innen, Förder:innen, Unterstützer:innen mit der Vision und ermöglicht Manifestationen.

Mitmachen

Große Vorhaben entstehen, wenn die Richtigen zusammenfinden. Alle können Teil dieses Projekts werden:

  • Als Förderer:in (Grundstück, Bau, Aufbauphase)
  • Als Netzwerkbotschafter:in (Orte, Kontakte, Möglichkeiten)
  • Als Partner:in (Wirtschaft, Bildung, Stiftungen)
  • Als Mitunterstützer:in der Campus-Gemeinschaft
  • und natürlich als Naturwesen der Schweizer Landschaft. Das sind die wichtigsten Player.

Wir freuen uns auf Ideen, Austausch, Kontakt, Vernetzung
→ Kontakt: vision@renature-institut.org

Eine ansteckende Inspiration

Unser Visionspapier

Der erste Schritt ist schon geschafft. Lade dir hier unser Konzept herunter und bekomme ein Gefühl für unsere Vision.
 

Kennst du einen möglichen Ort?

Gemeinsam suchen

Möchtest du mithelfen, dass ein Ort uns findet? Kennst du dich in der Schweiz aus? Hast du Ideen oder kennst Menschen, die solche Orte kennen oder vermitteln könnten? Dann klicke hier und lade dir die genaue Such-Beschreibung für unseren Ort herunter.
 

Wer steht hinter der Vision?

Visionen brauchen Verkörperung

Das sind Menschen, die dafür brennen, eine Idee manifeste Wirklichkeit werden zu lassen. Die Vision einer re:nature Bewegung mit einem verorteten re:nature-Campus in der Schweiz ist einerseits radikal neu. Sie geht aber auch organisch aus den vorangegangenen bald 25 Jahren re:nature institut (vormals uma institut) hervor.

Quellpersonen für die Campus-Idee sind darum Ursula und David Seghezzi und ihr re:nature institut.

Neben den Pionier:innen braucht es aber auch jene, die daran glauben, dass eine Vision wichtig ist. Zum Kernteam gehören darum auch Daniel Humbel und Raphael Baumann – verbunden in langjähriger Zusammenarbeit in der Anwendung des re:nature – Ansatzes bei Transa Backpacking AG.

Ursula Seghezzi (55) - Gründerin und geistige Architektin

Religionswissenschaftlerin, Ethnologin, Mythenforscherin, Ritualexpertin, Autorin

Ursula gründete 2003 in Luzern das uma institut – den Ursprung des heutigen re:nature instituts. Ihre jahrzehntelange Feldforschung zu den indigenen Wurzeln der europäischen Kulturgeschichte bildet das geistige Fundament des Ansatzes. Ursula hat den re:nature-Kompass entwickelt und verkörpert die Natürliche Ordnung in allem, was sie denkt und tut. Ursula ist in der Schweiz aufgewachsen und kehrt mit dem Campus in ihre Heimat zurück; zwei ihrer vier Kinder leben in der Schweiz.

David Seghezzi (46) - Transformationsexperte und Organisationsentwickler

Kulturwissenschaftler, Facilitator, Organisationsberater, Autor

David hat den re:nature-Ansatz für das Feld der Organisations- und Transformationsarbeit entwickelt und über mehr als ein Jahrzehnt in Unternehmen, Netzwerken und Bildungseinrichtungen erprobt. Er schreibt derzeit am Buch über die Anwendung des re:nature-Ansatzes in Unternehmen. Er ist ein leidenschaftlicher Visionär für Noch-Nicht-Gedachtes-aber-durchaus-Mögliches. Gemeinsam führen Ursula und David seit 2013 das re:nature institut mit eigenem Seminar- und Weiterbildungszentrum in Norddeutschland und sind Eltern von zwei Söhnen.

Daniel Humbel (58) - Unternehmer und Humanist

Langjähriger CEO von Transa Backpacking AG, Mitgründer des Resonanz HUB Schweiz, Begleiter der Projektleitung Klanghaus Toggenburg

Daniel bringt unternehmerische Erfahrung, ein weitverzweigtes Schweizer Netzwerk aus Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft sowie visionäre Gestaltungskraft in das Projekt ein. Durch seine Ausbildungen in den Bereichen Rhythmus, Körpermusik und Somatic Experiencing räumt er in seiner Arbeit Körperresonanz und inner work einen bedeutsamen Platz in Bezug auf Kreativität, Beziehungs- und Zukunftsgestaltung ein.

Für ihn geht es bei allen Organisationsformen, ob als Firma oder als individueller Körper, immer um eine Orchestrierung von komplexen Zyklen, welche alle gleichzeitig wirken und sich rhythmisch über unterschiedliche Zeitbögen immer wieder neu synchronisieren. In unserer Kultur versuchen wir im Aussen maximalste Kontrolle über diese Prozesse zu erlangen, was aber nicht funktioniert. Daniel brennt für die Magie im Zusammenspiel von Ordnung und Chaos, von Synchronisation und Entkopplung, von Struktur und Raum, von Vertrauen und Angst. Denn Erfolgt stellt sich nicht durch Kontrolle derselben ein, sondern im Pendeln, im WIE sich diese beiden Räume ineinander weben und wie daraus kontinuierlich der nächste neue Schritt entstehen kann, fürs Individuum und fürs Kollektiv. 

Raphael Baumann (40) - Organisationsentwickler und Kulturgestalter

Wirtschaftsinformatiker, Musiker, People & Culture bei Transa Backpacking AG, Mitbegründer des Resonanz HUB Schweiz und der GWK/Gegenwartskasse

Raphael verbindet systemisches Denken mit kultureller Kreativität und bringt Erfahrung aus Organisationsentwicklung und gemeinschaftlichem Aufbau in das Kernteam ein. Mit seiner Klangarbeit gestaltet und eröffnet er Räume für Resonanz und Schwingung als Voraussetzung für Co-Kreativität. Raphael wendet den re:nature – Kompass in seiner Arbeit bei Transa an und arbeitet gerne draußen in und mit der Natur. 

Geschichte eines natur-co-kreativen Entstehungsprozesses

Wie entsteht ein Projekt nach re:nature?

Alles, was neu entsteht, entsteht nach natürlichen Gesetzmäßigkeiten.

Der re:nature – Kompass gibt auch uns in unserem Projektentstehungsprozess Orientierung.
 

Das Rad der Entfaltung

Was erzählt uns die Natur über Frühling und Kreativität und Entstehen? Wie leitet die Landkarte des re:nature Kompass mit dem Rad der Entfaltung ein Projekt?

Du schenkst uns Aufmerksamkeit, Mitvisionieren und Unterstützung. Was wir schenken können, ist angewandtes Wissen. Wie kann der re:nature Kompass bereits unterwegs im Gehen Orientierung bieten? Wie geht das, im ständigen Dialog mit inneren Welten und äußeren mehr-als-menschlichen-Wesen unterwegs zu sein? Vielleicht inspiriert dich ja unsere und damit auch deine Geschichte…
Teil 1: Wie alles Begann

Überrumpelt und nix wie weg

Projekte entstehen nie aus dem nichts, so wie kein Frühling ohne vorangegangen Winter und Herbst existieren könnte.

Deswegen ist der Anfang einer Projektidee immer interessant: Ist ein Wollen der Ausgangspunkt? Oder eine Erschütterung? In unserem Fall zweiteres. Wir haben seit 2013 das re:nature institut mit eigenem Haus und Seminarbetrieb in Norddeutschland aufgebaut und sind nun endlich fertig mit allen Renovierungsarbeiten. Da passieren im September 2025 plötzlich “herbstliche Dinge”. Ursula besucht in der Schweiz ihre zwei erwachsenen Töchter und ist voller Liebe, Dankbarkeit und Trauer, so weit weg von ihnen zu wohnen. Zeitgleich schlägt die Anzeige der Nachbarin mit der Konsequenz, dass alle drei Bauwagen auf dem norddeutschen Grundstück entfernen müssen, wie eine Bombe ein. Der Herbst sagt unerbittlich: Es wird hier nicht so bleiben können, wie wir es aufgebaut haben. Was tun, fragen wir den Herbst? Ehrlich hinschauen. 

Das tun wir mit einem Freund, der als Geomant die Verbindungen und Themen der Menschen an einem Ort mittels Aufstellung aufdeckt und in eine heilsame Richtung bewegt. Viele unserer Themen und Ängste kommen buchstäblich anhand aller möglichen Schleichtierstellvertreter auf den Tisch. Neue Kräfte würden dann Einzug halten, wenn von den Bewohner:innen ein klares Ja für den Ort da sei. Ursula hebt den Finger und meint, dass sie dann der Vollständigkeit halber die Schweiz auch mit aufstellen müsse. Das war dann der Anfang vom Ende… Viele Tränen mit einem Durcheinander von Heimweh, Erleichterung und Sehnsucht brechen sich Bahn. Und auch David spürt am Schweizer Platz viel Weite und Offenheit. 

Hilft nichts. Wenn solche Wahrnehmungen da sind, sind sie nun mal da. Drei volle Monate haben wir gebraucht, um uns überhaupt einzugestehen, dass diese Gefühle da sind. Um überhaupt das Denken so zu weiten, dass ein Umzug möglich wäre. Um zuzulassen wie dumm und widersinnig ein Wegzug von diesem Paradies wäre… Der Raum des Winters, der absoluten Offenheit, der unendlichen Weisheit, des “Dein-Wille-geschehe-wenn-es-denn-sein-soll”, der Raum des gesamten geistigen Potenzials ging auf. Die ganze Ladung an Nicht-Wissen und Hingabe. Buchstäblich fassungs-los.

Teil 2: Das erste Bier

Unerwartetes Zusammenfügen zum Kernteam - die Schweiz ruft

Im Winter keimen die Samen. Umstände fügen sich. Wurzeln werden gebildet. Ideen kommen am 1.2. “ans Licht”. Am Anfang waren es also nur ein Gefühl und ein Wunsch, noch kein Projekt.

Ursula arbeitet in Zürich bei Transa und trinkt mit Daniel Humbel, CEO Transa, ein Feierabenbier. Und die beiden vertrauen sich ihre Gefühle und Wünsche an. Irgendwie haben sie miteinander zu tun. Weitere Gespräche folgen zu dritt mit David, und dann zu viert mit Rapha. Beim ersten Bier im kleinen Kreis wird klar: Die keimende Idee eines re:nature-Campus betrifft uns alle vier. Niemand versteht, warum die beiden plötzlich involiert sind. Sie selbst am wenigsten. Aber wenn ein Funke blitzt, dann folgt man seinem Leuchten. 

Und so folgen viele Gespräche, erste interne Formulierungen zu einem möglichen Projekt. Und die Frage wird immer klarer: Geht es hier nicht allein um Ursulas Heimweh, sondern ruft die Schweiz und bietet für re:nature mehr und andere Möglichkeiten als in Norddeutschland? Könnte ein Campus hier wie eine Akupunkturnadel für Europa werden, ein Inspirationsort für viele weitere re:nature-Orte in vielen Landschaften? Ist die Schweiz und der Alpenraum mit den noch zugänglichen Bräuchen nicht nur der Forschungsursprung für den re:nature-Ansatz (Ursula wohnte und forschte von 1995 – 2013 in der Zentralschweiz), sondern eben ein fruchtbarer Boden für die Verlebendigung des indigenen europäischen Erbes, weil weniger traumatisiert durch das Dritte Reich und heutige Rechte wie in Deutschland oder Österreich? Ist die langjährige Zusammenarbeit mit Transa Backpacking AG der Ausgangspunkt für weitere Vernetzung und Entfaltung?

Zum Jahreswechsel im Skiurlaub erzählen Ursula und David ihrer Freundin Susanne Ilg (auch in re:nature ausgebildet) von der Vision eines campus – in Form eines kleinen Impro-Theaterstücks. Susa liegt in der Nacht wach, nimmt den Bleistift und zeichnet ein Bild mit Häusern, und Scheune, und Brunnen, Bergen, Streuobstwiese… Das erste Bild entsteht. Und wenn schon eine neue Form, dann auch anders als bisher. Gemeinschaftsgetragen zum Beispiel. Denken können wir das noch nicht richtig. Aber Susas Bild bewegt uns. Denn Bilder sind in diesem Übergang vom 1.2., vom geistigen Winter in den Früh-Frühling stärker als Worte. Poesie ist die Grundlage für Projekte.

Teil 3: ein erster Ort - war es nicht

Beschleunigung und Verlangsamung

Der Frühling spielt sein eigenes Spiel. Warme Tage wechseln sich mit Wintereinbrüchen ab. Was sich harmlos anpirscht, kann plötzlich Gestalt annehmen. Man weiß nie, wo man sich befindet…

Wenn eine Vision wirklich “stimmt”, dann kann es im Frühling plötzlich schnell gehen. Das gibt es. Aber man weiß es erst hinterher, wenn man den Zeichen gefolgt ist. Und so tauchte pünktlich auf den 1.2.2026 eine Liegenschaft auf am Bielersee, die alles zu haben schien, was wir uns erträumten. Anders als in Susas Zeichnung, kein altes Bauernhaus, sondern eine Uhrenfabrikantenvilla. Aber Alleinlage, am Waldrand, mit Blick auf den See, groß genug für einen kleinen Gästebetrieb und einige Wohneinheiten. Also nix wie hin. Könnte es sein, dass der Campus auch ein Statement sein könnte? Land dem Kapitalistischen System zu entziehen, gemeinschaftlich zu erstehen und dann sich selbst zurück zu schenken? Zu viert erfuhren wir uns zum ersten Mal als Team, erkannten die Vorzüge in den Gesprächen mit Makler und dem Chef des lokalen Bauamtes. Ursula musste zum ersten Mal öffentlich dem Berner Kantonsjuristen erklären, welche Weisheit in unserem europäischen indigenen Erbe liegt. Sollte er nicht so viel verstanden haben, sei ihm verziehen, Ursula schwitzte und stotterte auch vom Feinsten… Es war zu diesem Zeit unklar, ob diese erste Liegenschaft bereits die Frühlingsschwelle markierte und wir zack in der Phase der Verwirklichung landeten? Oder ob diese erste konkrete Liegenschaft uns nur über die Schwelle des 1.2. hievte. 

Auf den Fuss der Aufregung folgte die Ernüchterung. Und damit war klar: es war “erst” der 1.2. in unserem Projektprozess. Die Schweiz verfügt nämlich über eine detaillierte und für unsere Vision unvorteilhafte Zoneneinteilung. Landschaftszone geht nicht, dafür muss man Bauer/Bäuerin sein. Wohnzone geht nicht, hier darf man kein Gewerbe betreiben (so wie bei der Liegenschaft am Bielersee). Und gemischte Zonen Wohnen und Arbeiten liegen in den Kernzonen der Siedlungen, die für unsere Arbeit im Wald aber nichts hergeben… Erschöpft und mit hängenden Köpfen zogen wir also wieder aus Biel ab. Aber wir kannten den Frühling: Er hat immer ein Geschenk bereit, wenn auch meist anders als gedacht: Wir vier wussten danach mehr über uns und unsere Idee. Biel schliff unseren Edelstein zum ersten Mal und schweisste uns zusammen. Es sollten noch viele folgen. Außerdem half uns Céline Fitzé bei der Kinderbetreuung (auch in re:nature ausgebildet), viele inspirierende Gespräche schärften die Vorstellung über die Campus-Gemeinschaft und das, was ein Team vor Ort trägt oder eben nicht tragen sollte. Und Dani aktivierte für die Besichtigung in Biel Pascal Angehrn, Er ist Mitglied der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates beim bekannten Schweizer Architektur- und Planungsbüro baubüro in situ.

Ob der re:nature-Campus auch ein architektonisches Statement sein könnte? Nachhaltigkeit beim (Um-)Bau nebst Erforschung des Zusammenspiels von Mensch und Landschaft und ritueller Gemeinschaftsgestaltung…?

Teil 4: GEHT VISIONIEREN AUCH GEMEINSAM?

online-Treffen mit 60 Menschen und ihren Landschaften

An der Schwelle vom 1.2. bekommen die Pflanzen ihre erste Gestalt. Man sollte dann nicht an ihnen ziehen. So ist es auch mit Visionen.

Normalerweise ist die Früh-Frühlingsphase eines Projektes sehr intim und sehr verletzlich. Denn hier braucht die Phantasie viel Spielraum. Der Realitätscheck kommt dann erst zur Schwelle der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche. Man sollte seine ersten Ideen mit ausgewählten Menschen teilen, die Kenntnis vom Visionieren haben und den Raum eher öffnen als zu früh schließen. Gleichzeitig beinhaltete unsere Vision das gemeinsame Unterwegs-Sein mit einer Gemeinschaft von vielen Menschen, die unsere Arbeit schon lange begleiten – als Teilnehmende unserer Seminare, Ausgebildete, Buchleser:innen oder Newsletterempfänger:innen. Eine Gemeinschaft, die noch nichts von sich als Community weiß, weil noch nie als das angesprochen und vernetzt. Normalerweise wird diese Community erst dann angesprochen, wenn die Vision ausformuliert ist und es um die Finanzierung des Projektes geht. Das wollten wir aber nicht. Re:nature bedeutet immer auch, neue Wege zu gehen. Und was wäre, wenn bereits viele Menschen in unserem Umfeld mit Visionieren vertraut wären? Was wäre, wenn nicht nur David und ich in Ritualen die Natur und die geistige Dimension um Unterstützung bäten, sondern es ganz viele tun würden? Wenn die Landschaften und die Jahreszeit des Frühfrühlings selbst mit dabei wären in unserem Entstehungsprozess? Wir könnten es ja einfach ausprobieren…

In einem Ausbildungsmodul lehrten wir kollektive Naturgänge für ein Projekt, indem wir für den Campus in die Natur ausschwärmten. Das gemeinsame Bild war poetisch und symbolisch aussagekräftig: Der Campus ist klein, fein, schlicht, ästhetisch, es gibt viel Leerraum, das Wesentliche ist nicht sichtbar oder gestaltbar, sondern geschieht als Klang dazwischen, es gilt das Feuer zu hüten, das Wasser rein zu halten und in der Mitte von allem steht das lebendige Weiterreichen der europäischen indigenen Tradition.

Dann weiteten wir den Kreis und luden mit dem Newletter des 1.2. alle Interessierten zu einem online-Austauschabend mit vorgängigem Naturgang ein. Die Resonanz war überwältigend. 60 Personen schalteten sich zu. Wir teilten uns in Untergruppen auf, sodass alle ihre Naturgangerfahrung teilen konnten. Einige Ausgebildete leiteten die Kleingruppen und brachten die Erkenntnisse ins Plenum zurück. Ursula wob daraus eine kollektive Geschichte. Poesie in Klarheit – ganz andere Menschen und Landschaften, und gleichwohl sehr ähnliche Erkenntnisse wie in der Ausbildungsgruppe zwei Wochen zuvor… Noch lange bevor ein Projekt manifest wird, wird auf diese Weise der Bedeutungsboden gelegt, werden die Leitplanken wichtiger Werte und manchmal schon konkrete Ideen sichtbar. Frühfrühling: noch nicht in die Höhe schießen, sondern geistige Bodenarbeit machen!

Wer die kollektive Geschichte lesen möchte, kann sie hier gerne nachlesen

Teil 5: ERste Entfaltungskrise

Wenn es klemmt, dann steck den Finger ganz in die Wunde...

Der Frühling ist wild. Da ist es im Februar und März schon warm und die Blumen sprießen, dann halt plötzlich der Frost wieder alles in seinen Klauen und zwingt zum Innehalten und Wurzeln stärken. So lehrt es uns der Frühling auch in Projekten.

Nachdem wir uns von der Aufregung und dem Aufwand rund um Biel erholt hatten, setzten wir unsere Gespräche zu viert fort. Es war klar, dass David und Ursula als Quellpersonen der Campus-Idee das Konzept formulieren mussten. Damit Dani und Rapha in der Schweiz mit konkreten Menschen sprechen konnte. Wir wollten uns immer wieder dran setzen. Und alles andere war wichtiger und notwendiger. Irgendwann ist dies zu bemerken: aha, der Frühling spielt sein Spiel. Auch wenn genug Wissen da ist und der Druck für die Konzeptformulierung steigt, geht irgendwie nichts vorwärts. Die Ausrufezeichen im Bild signalisieren einen Appell an die Disziplin. Aber die Energiekurve ging runter. In einem guten Team hat man dann kein schlechtes Gewissen, sondern teilt diese Tatsache. Und die anderen reagieren mit Verständnis oder sind gar froh, dass immer noch Wintereinbruch herrscht, weil es auch bei ihnen so viel anderes zu tun gilt. Das Leben fordert uns alle grad. Nun gut, wenn es schon nicht aufwärts geht, dann lass uns nochmals richtig “Winter machen”. 

Das bedeutete, dass Rapha als “eingeborener Schweizer” zu einem Naturgang aufbrach und sehr berührende Hinweise aus der Begegnung mit seinen Ahnen und und seiner Landschaft machte. Im Fluss sein, am Fluss. Eine Mühle tauchte auf. Zeichen, die wir zu diesem Zeitpunkt einfach nur sammeln. Und meditieren. Irgendwann werden sie wichtig.

David und Ursula nahmen sich eine Woche zum Visionieren. Setzten sich zusammen, teilten Freud und Leid, Kummer und Liebe, Ausrichtung und Wünsche, Bedürfnisse und Traumata. Redeten erstmal nur über sich ganz persönlich. Und ganz leise, wie nebenbei, wob sich dabei der Faden nochmals zurück in die Offenheit der Winterphase, wo sich alles erst auflöste, bevor der Keim der Idee sich bildete. Vielleicht sollten wir gar nicht weggehen? Sondern das Erschaffene hier genießen? Ist die Vision vielmehr Illusion? Erliegen wir mit ihr unseren Mustern und wiederholen, was uns eigentlich am vollen Leben hindert? Oder mit welchem Teil der Vision heben wir uns über bisherige Muster hinaus? Ist unser Platz am Rand der Sache, alles haltend (da wurde es uns schwer ums Herz)? Oder ist unsere Position genau in der Mitte der Vision (was ziemlich viel Mut kosten würde)? Fragen zulassen machte den Frühlingsraum wieder weit…

Wenn es nicht gleich läuft, dann ein Innehaltenloop. Verlangsamen, tiefe Gespräche.

Dann Konzept klemmt. Eine Visionswoche zu zweit. Frieden mit dem was war. Beschleunigung danach: es purzelt, was es nicht ist udn sein könnte (Verkleinerung, , Campus des re:nature instituts, Ort ist einfach und klein- Bewegung ist komplex). 

Erste Gespräche z.B. mit Daniel Freitag. Gegenseitige Inspiration, “Gespräch an der Kreuzung” – die Zukunft wird ganz anders, neue Möglichkeiten denken. 

Teil 6: Konzeptformulierung - coming out

Schlottern und Stolz - und es muss längst nicht perfekt sein

Die Schwelle der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche bringt die Energie von der geistigen unteren Hälfte in die obere Hälfte der Manifestation. Wer steht in Projekten an der Schwelle und hilft, das Entstehende zu gestalten und zu zeigen?

Inzwischen waren wieder zwei Monate vergangen. Im newsletter zum 1. Mai kündigten wir einen Sondernewsletter im Juni an und luden zu einem weiteren online-Austauschabend auf den 17.6. ein. Aber die Konzeptarbeit ging nur schleppend voran. Oberflächlich gesehen.  Unterirdisch war buchstäblich der Bär los. Erstens prozessierten wir fleissig unsere eigenen Themen. Zweitens bedeutet das Formulieren des Konzeptes auch eine Schärfung unseres re:nature – Ansatzes und die Präzisierung dessen, was wir immer schon sagen wollten, aber bisher noch nie auf den Punkt brachten (so dass auch der Kantonsjurist in Bern es verstehen könnte). Und drittens brauchten wir Ruhe udn Anbindung an die natürliche und geistigen Kräften, was in einem dichten Alltag mit Kleinkindern nicht nur einfach ist. Aber während der eigenen Visionssucheleitung möglich wurde. Vier Tage und Nächte sind wir dann selbst am Waldrand udn hüten für die Teilnehmenden, die alleine und fastend im Wald verweilen, das Basislager. Wenn alles gut geht, gibt es nicht viel zu tun. Und so nimmt der Wald und das Ritual auch und Leitende nach und nach in einen intimen Verbindungsraum mit der mehr-als-menschlichen-Welt ein. Im Welchsel zwischen David und Ursula formuliert sich das Konzept, zwischen dem Gesang des Pirols im Baum über dem Zelt und klugen Rückfragen der KI, die es nicht einfach hat, mit nur einem Balken Internet bis zu uns im Wald vorzudringen. Aber die kollektive Weisheit auf allen Ebenen hilft. Und an der Schwelle ist dann schließlich wirklich der Bär los. Mit seiner Trommel steht er unter den Bäumen und trommelt für das Leben udn die Visionen für eine lebendienliche Zukunft der Teilnehmenden und aller Prozesse, die dieses Jahr Wirklichkeit werden wollen. Wer selbst Rituale feiert, und vor allem solch große wie die Visionssuche, weiß um die Wirkung von Ritualen. Und wie sie plötzlich vn innen her Räume öffnen, die vorher nicht zugänglich waren. So kamen also auch wir mit einer Perle aus dem Wald zurück. In der Tasche ein Konzept. Und viel Demut und einer Verneigung vor den großen Kräften, die unser Leben leiten. 

Und dann will es geteilt werden, zuerst im Team. Dani war unerbittlich. Er forderte, dass wir nicht nur über unsere Vision schreiben, sondern auch zeigen, was bereits erforscht, publiziert, formuliert und ausprobiert wurde. Das ganz radikal Neue ist ja bereits seit mehr als 20 Jahren erprobt… Ein schöner freundschaftlicher Austausch mit dem Visionär und Unternehmer Daniel Freitag, der 1993 zusammen mit seinem Bruder Markus das erste Upcycling betrieb und Taschen aus alten LKW-Planen herstellte. Gegenseitige Inspiration hinterließ in uns die Freiheit, dass wir noch nicht genau wissen müssen, wie unser Projekt sein soll. Sondern dass wir jedes Gespräch dazu dient, den Edelstein weiter zu schleifen. 

Zu später Stunde standen danach Dani, David udn Ursula an einer Kreuzung mitten in Zürich. Eine neue Tiefe von Austausch über verrückte Zukunftsideen ging auf. Vielleicht wird ja in den nächsten Jahren alles nochmals ganz anders als wir jetzt vorausdenken. Das Gespräch geht als legendäres “Gespräch an der Kreuzung” in unsere Erinnerung ein. In der Nacht danach schärft sich das Projekt nochmals und der Morgen bringt die Weisheit: es ist wirklich kein Transfer unserer Arbeit von Deutschland in die Schweiz, sondern eine radikale Transformation. Egal wo wir am Ende wirken werden.

Im Projektverlauf sind wir jetzt an der Frühlings-Tag-Und-Nacht-Gleiche udn zeigen her, was inzwischen gereift und gewachsen ist. Wir schlottern noch gewaltig, denn Visionen müssen per se größenwahnsinnig sein. Die Realität schleift sie dann schon noch zurecht. Aber sich damit zu zeigen ist ein anderes Ding, das braucht ordentlich Mut. Was wenn keine Resonanz darauf entsteht? Was wenn uns alle für verrückt erklären? Was wenn wir eine Welle von Inspiration auslösen und anderen Mut geben? Wir werden es nicht wissen, wenn wir nicht aus dem Stottern in die ersten klaren Formulierungen übergehen.

Das haben wir jetzt geschafft. Der erste Projektentwurf liegt vor. Du kannst ihn hier lesen. Er darf mit den Vögeln in die Welt fliegen. Weil er nicht perfekt sein muss. Im Gegenteil. Durch alle Resonanzen und Rückmeldungen wird das Projekt weiter wachsen. OB es in die Welt kommt, ist dabei sowohl ungewiss wie auch unerheblich. Die Freude allein zählt. 

Wir freuen uns auf dich!

Kontakt, Ideen, Hilfe...

In der jetzigen Phase des Projektes geht es auch um deine Rückmeldung, deine Hinweise, deine weiterführenden Kompetenzen. Manchmal weiß man, warum. Und manchmal gilt es, eine Information einzuspielen oder eine Hilfe anzubieten, noch ohne zu wissen, warum und wozu genau. Alles ist erstmal herzlich willkommen!
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