Ursula und David Seghezzi
Eine kleine Vorstellung

Leben und Arbeiten als Paar


Wir leben im Wendland in Norddeutschland in unserem alten Bauernhaus mit großem Garten und führen hier seit 2013 gemeinsam unser ökologisches Seminarhaus. Ursula gründete 2003 das Institut als “uma institut” in der Schweiz; seit 2013 entwickeln wir es als Paar gemeinsam weiter, bringen unsere Erfahrungen regelmäßig in die Natur und nutzen die Erkenntnisse für unsere Arbeit und Publikationen. Im Frühling 2026 haben wir das Institut dann nach unserem Ansatz umbenannt in “re:nature institut”.

Wir leben „am Ende der Welt“ mit unseren beiden Söhnen Mio (*2018) und Anuk (*2021). Ursula ist zudem Mutter ihrer erwachsenen Töchter Lea (*1996) und Fiona (*1994).

Über Ursula (*1971)

Nach meinem Studium der Religionswissenschaft, Theologie und Ethnologie absolvierte ich eine Ausbildung zur Naturheilpraktikerin für Chinesische Medizin und führte eine eigene Praxis. Schon mit 23 Jahren wurde ich Mutter. Märchen begleiteten mich seit meiner Kindheit und ich erzähle sie gerne weiter. Nach kurzer Arbeit als Seelsorgerin entdeckte ich meinen Weg in die Naturrituale durch die Jahreszeiten, inspiriert vom kulturhistorisch kritischen Blick von Prof. Heide Göttner-Abendroth. Seit nun über 30 Jahren erforsche ich die mitteleuropäische Überlieferung und mache sie für heute fruchtbar – in Naturritualen, Kinderbüchern und dem durch mich formulierten re:nature-Kompass als ein europäischen Lebensrad.

1971 geboren, wuchs ich als Jüngste von vier Geschwistern in Liechtenstein auf und schloss dort das Gymnasium ab. An der Uni Fribourg/Schweiz beschäftigte ich mich mit „Buddhismus und Feminismus“ sowie Friedensarbeit bei Prof. Friedli. Ulrike Zalokar und Peter von Blarer eröffneten mir die Welt der Chinesischen Medizin, Heide Göttner-Abendroth prägte meinen Blick auf die Zusammenhänge zwischen Jahreszeitenritualen und kulturhistorischer Überlieferung, Trudi Thali unterwies mich in Lichtbahntherapie und Intuition. Von Haiko Nitschke lernte ich das Handwerk der Visionssuche, arbeitete intensiv mit ihm zusammen und übernahm ab 2012 die Leitung des von ihm initiierten Ausbildungslehrgangs für Visionssucheleitung.

Mein erster Beruf ist Pfarreiseelsorgerin in Horw/Luzern, wo 1999 mein erstes Buch über Rituale mit Kindern entsteht. 2003 gründe ich das uma institut und beginne mit Naturritualarbeit, insbesondere Jahreszeitenrituale für Frauen und Übergangsrituale für Jugendliche, daraus entsteht 2008 der Film walkAway. Acht Jahre arbeite ich als Internatsleiterin am Gymnasium Immensee/Schwyz, entfalten parallel meine Naturheilpraxis und bin ab 2007 als Leiterin des uma instituts selbstständig tätig. Publikationen folgen ab 2012. Schon mit 22 Jahren werde ich Mutter, heirate zum ersten Mal, zwei Jahre später kommt meine zweite Tochter zur Welt. Nach einer Scheidung 2007 betreuen wir die Kinder gemeinsam. Seit 2011 bin ich mit David zusammen, 2014 ziehen wir ins Wendland, heiraten und 2018 und 2021 kommen unsere beiden Söhne zur Welt. Mit Hilfe von viel Traumatherapie und Naturritualen habe ich ein erfülltes Muttersein gefunden.

Mein Weg führt in jungen Jahren durch Depressionen und früh in vielfältige Therapien und Selbsterfahrungsseminare wie Atemtherapie, TCM, Kinesiologie, Aufstellungsarbeit, Tantraseminare, Gesprächstherapie, Astrologie, Enneagramm, Channelling, Theta Healing. Ich nutze all dies, erlange dadurch immer mehr Kompetenz in der Begleitung anderer. Die tiefsten Heilungserfahrungen geschehen jedoch in Ritualen in der Natur – daraus formt sich mein naturmystischer Weg. Meine reiche Innenwelt gibt Zugang zu inneren Meister:innen; ein innerer „Meister Ho“ führte mich zum inneren Ankommen, das sich im äußeren Ankommen hier in Beseland widerspiegelt. Ohne die Radikalität, meine eigenen Verletzungen zu durchdringen, hätte ich den Schatz in der Nahtoderfahrung bei der Geburt meines jüngsten Kindes nicht erkannt. Daraus lebe und wirke ich heute noch kraftvoller in dieser Dimension von Wirklichkeit.

Meine Initiation war der Jakobsweg nach der Matura/Abitur – 1500 km zu Fuß, prägend für meine Beziehung zur Natur und die Verbindung von Kult und Kultur. Früh faszinierte mich der Buddhismus, ich meditiere regelmäßig. Heute ist Naturmystik meine gelebte „Religion“, besonders die Spiritualität im Fluss der Jahreszeiten. Manchmal nennen wir uns scherzhaft die «naturreligiöse Minderheit».

Oft bin ich erschüttert über die Abtrennung der Menschen von sich selbst und ihrer Seelenführung und die daraus resultierende Zerstörung in der Welt. Zugleich glaube ich, dass wir die Antworten für persönliche, gesellschaftliche und globale Fragen bereits in uns tragen. Es braucht einen vertrauensvollen Raum, in dem diese Antworten auftauchen und Gestalt annehmen können – im Äußeren in der Natur, im Inneren in uns selbst. Diesem Raum diene ich in meiner Arbeit. Co-Kreativität mit allen Naturgeschwistern macht lebendig, freudvoll und humorvoll – denn Humor ist auch heilig!

Über David (*1980)

Meine Neugierde galt früh der Beziehung von Kultur und Natur und der Frage, wie der Mensch sich stimmig in die lebendige Welt einfügen kann. Nach dem Studium der Kultur- und Sozialwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina folgten Ausbildungen zum Wildnispädagogen, Coach und Facilitator sowie Tätigkeiten im Klimaschutz und in Bildung für nachhaltige Entwicklung. In der Visionssucheausbildung verbinden sich schließlich die beiden Pfade „Kultur“ und „Natur“.

Seit 2013 ist das uma institut / ab 2026 das re:nature institut und die gemeinsame Arbeit mit Ursula meine berufliche, geistige und emotionale Heimat. Neben Ausbildungen, Seminaren und Naturritualen begleite ich seit über 20 Jahren Teams, Organisationen und Führungskräfte in Transformationsprozessen und nachhaltiger Neuausrichtung. Die Entwicklung des Organisationsbildes „re:nature – Organisation“ und die Arbeit mit unserem re:nature – Ansatz erfüllen mich mit Freude und Sinn. Ich wirke mit Herzblut als Visionär.

Ich wurde 1980 als David Wagner, erstes von vier Kindern, in West-Berlin geboren. 1985 zog die Familie in ein Dorf bei Aachen, wo meine Eltern mit zwei weiteren Familien eine Wohngemeinschaft gründeten. Die Trennung meiner Eltern beendete die behütete Kindheit. Es zog mich hinaus in die Welt: ein Schuljahr in den USA, ein 15-monatiger Friedensdienst in Polen, später längere Aufenthalte im ehemaligen Jugoslawien und in Georgien.

Im Studium in Frankfurt (Oder) und Berkeley faszinierten mich Soziologie und Anthropologie – wie entstehen Werte, Weltbilder und Transformationen? Doch die akademische Welt ließ den direkten Naturbezug vermissen. Eine Ausbildung in Wildnispädagogik bei Wolfgang Peham eröffnete mir neue Perspektiven. Seitdem verfolge ich das Ziel, Kultur und Natur zu verbinden. Klimakrise, Artensterben und die Schatten unserer Konsumgesellschaft erschrecken mich zutiefst. Mittlerweile weiß ich: wir können auch anders. Dafür setze ich mich mit meinem ganzen Wirken ein.

Ich arbeitete zunächst für den BUND als Klima-Campaigner und leitete Seminare im Globalen Lernen. 2009 segelte ich mit den „Klimapiraten“ nach Kopenhagen zur Weltklimakonferenz – deren Scheitern wurde für mich ein Wendepunkt: Wenn Demonstrationen und Konferenzen nicht ausreichen, wie kann echte Nachhaltigkeit gelingen?

Daraufhin gründete ich in Berlin „Impuls – die Agentur für angewandte Utopien“ und arbeitete drei Jahre als Geschäftsführer. Wir beschäftigten uns mit großer Transformation, nachhaltiger Gesellschaft und der Verbindung von innerer und äußerer Veränderung. Leadership-Ansätze wie Theory U, Spiral Dynamics, die Heldenreise von Campbell und C.G. Jungs Typologie erweiterten meinen Blick auf Führung und sinnstiftende Organisationsentwicklung.

2011 führte mich mein Weg zur Visionssuche bei Ursula Seghezzi und Haiko Nitschke – hier fand ich die tiefgehende Verbindung zwischen Mensch und Natur, nach der ich gesucht hatte. Ursula wurde nicht nur kreative Partnerin für die Arbeit, sondern auch meine Frau. Die Geburt unserer beiden Söhne und das Glück, mit ihnen den Vater in mir zu entfalten, erfüllt mich mit staunender Dankbarkeit.

Die Trennung meiner Eltern und das Thema «Vater- und Männerbilder» begleitet meinen Weg ebenso wie Beziehungsabbrüche, Verwechslungen und Verwerfungen in meiner Herkunftsfamilie. Auch die Vertriebenengeschichte meiner Großeltern prägt mich. Die Themen lösen sich nicht auf, aber die Begleitung durch Coaches, Therapeut*innen und Selbsterfahrungsräume wie die Heldenreise nach Rebillot und Geburtsseminare nach Renggli ermöglichen mir einen eigenen Lern- und Heilungsweg hin zu immer mehr innerer Freiheit und Frieden (Rückfälle eingeschlossen). Schon als Kind sind Plätze in der Natur und das Zusammensein mit meinem Hund Momente der heilsamen Anbindung. Auch heute finde ich Anbindung und Verwurzelung immer wieder in der Natur – und lerne zugleich, auch unter Menschen und in sozialen Netzen ganz anzukommen und mich niederzulassen. Eine Corona-Erkrankung im Sommer 2024 und die darauf folgende Zeit mit long-covid bringt mich in eine tiefe Krise. Lustig ist es nicht, aber zum Glück leiten mich unsere eigener re:nature – Kompass/Das Rad der Transformation in und durch die tiefe Zone. Eine neue Anbindung an die Ahn:innenkraft und die Selbstheilungskräfte scheinen als erstes Geschenk auf.

Aus der christlichen und friedensbewegten Orientierung meiner Eltern übernehme ich das Interesse an der Welt, entdecke aber schon als Kind, dass meine heiligen Orte in der Natur liegen. Durch die Wildnispädagogik und besonders die eigene Visionssuche eröffnen sich mir diese Räume auf neue und tiefe Weise – im Kern das Erleben, als beseeltes Wesen mittendrin in einer auf zauberhafte Weise beseelten und lebendigen Welt zu sein, in der alles bereits da ist. Nächte im Wald schenken mir Momente der Beheimatung im großen Kosmos. Immer mehr erlebe ich die Landschaften und die lebendige Erde als beseelt. Mich mit der weitgehend industriellen Agrarlandschaft und den Nutzwäldern um unser Dorf zu verbinden kostet mich viel – und ist am Ende  aber genau wichtiger Teil meines spirituellen Weges. Ich sehe, dass diese Landschaften einst wilder und lebendiger waren – und es eines Tages auch wieder werden. Das ist meine Hoffnung. 

Ursula und David sprechen aus dem Herzen - ein Film von 2022

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